Energie Cottbus und seine problematischen Fans

„Achtzehn Jahre Verbot, Verrat, Verleumdung“ – so die ernüchternde Bilanz der Neonazis der Fangruppierung „Inferno Cottbus 99“ (IC 99) in ihrem Auflösungstext. Unrecht haben sie nicht. Immer wieder bekamen sie das sogenannte „Auftritt- und Erscheinungsverbot“, was aber nicht dazu führte, dass sich die Gruppe oder Einzelpersonen zurückzogen. Nun steht ein Umbruch an- die Frage ist aber auch allgemein wie es in Cottbus weitergeht, denn von Gruppen wie „Collettivo Bianco Rosso 2002“ (CBR’02) fühlt man sich trotz inhaltlicher Nähe verraten. Den Gipfel erreichten diese internen Auseinandersetzungen in Bautzen.
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Eisenach – Neonazis mit Selbstbewusstsein

Am Donnerstagabend versuchten zehn teilweise vermummte Neonazis eine meiner Lesungen anzugreifen. Nur durch ein entschlossenes Handeln der Gäste konnten die Neonazis auf Abstand gehalten werden. Ein Bericht und ein Aufruf.

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Braunzonenkonzert in links-besetztem Haus?

Am 11.03.2017 sollen drei Bands mit zweifelhaften Hintergrund in dem besetzten Haus „Trebbe 12“ in Luckenwalde (Brandenburg) auftreten. Sie stammen aus Magdeburg, Bremerhaven, Wismar und spielten auch schon in dem besetzten Haus. Beworben wird das Konzert unter anderem vom ungarischen Ableger des neonazistischen Musiknetzwerks „Blood & Honour“.

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Neonaziaufmarsch in Stockholm, Versuch eines Vergleichs mit Deutschland

Der Titel ist irritierend, denn ein Vergleich ist kaum möglich und dennoch interessant. Kaum möglich ist er, weil ich gewisse Wissenslücken habe. Wie das Polizei- und Versammlungsgesetz aufgebaut ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Auch die Entwicklungen der letzten Jahre dahingehend vermag ich nicht einzuschätzen. In Gesprächen wurde mir gesagt, die Gesetzgebung wäre, besonders durch parlamentarische Aktivitäten der rechtspopulistischen „Schwedendemokraten“, liberalisiert worden. Ob Dinge legal sind, konnte ich nur durch Nachfragen bei schwedischen Kollegen in Erfahrung bringen und beziehe mich dabei auf ihre Aussagen.

Dennoch ist ein Vergleich mit Neonaziaufmärschen in Deutschland durchaus interessant. Die Schlüsse, die ich daraus ziehe sind subjektiv und daher auch ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

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11.11.2011 – unvergessenes Warschau

Mehr als 100 deutsche Antifaschisten werden einen Kurztrip über die Odergrenze wohl ihr Leben lang nicht mehr vergessen. Die Vorberichterstattung, die Ingewahrsamnahme und die Nachwirkungen waren einschneidende Erfahrungen. Zentrale Sätze wie „Ob Du frei bist, entscheidet nicht das Gericht, sondern ich“ einer Polizeifunktionärin zeigten was Dolmetscher mit „EU-Recht wird in jedem Land ausgeführt“ meinten. Die Ignoranz der deutschen Botschaft gegenüber Misshandlungen war der Gipfel. Ein kleiner Rückblick.

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Brandenburg braucht keine Wasserwerfer

Je einen "WaWe 10" (blau) und einen "WaWe 9" (grün) will Brandenburg vom Bund © Sören Kohlhuber

Je einen „WaWe 10“ (blau) und einen „WaWe 9“ (grün) will Brandenburg vom Bund © Sören Kohlhuber

„Die Einsatzlage hat sich […] bundesweit wie in Brandenburg […] grundlegend verschärft.“ Dies soll die Begründung des brandenburgischen Innenministeriums sein, warum man eine „Wasserwerferstaffel“ im Land benötigt. Diese Aussage ist in der Antwort zu einer parlamentarischen Anfrage der Landtagsabgeordneten Andrea Johlige (Die LINKE) zu finden.

2012 wurden die letzten Wasserwerfer 9000 (kurz „WaWe 9“) ausrangiert. Man ging damals im Ministerium davon aus, dass es keine Gefährdungslagen mehr geben wird, die einen solchen Einsatz rechtfertigen. Dazu kamen laufende Kosten von mehreren zehntausend Euro im Jahr.
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In Berlin regiert die AfD nun mit – zumindest in einigen Bezirken

Ein Schrecken zuckt durch Ost-Berlin. Stellenweise über 30 % der Wähler machten ihr Kreuz bei der AfD. Besonders das Gebiet um Marzahn-Ost, Marzahn-West und Ahrensfelde-Süd war ein Kernpunkt des AfD-Wahlerfolgs. Dies waren auch die Gebiete, in denen Neonazis seit fast zwei Jahren regelmäßig rassistische Proteste gegen die Unterbringung von Asylsuchenden organisierten. Profiteure waren dabei die als „gemäßigt“ gelesenen Protofaschisten und nicht die zum Beispiel organisierende NPD. Auch die Bärgida-Organisatoren von Pro Deutschland konnten hier nur im Windschatten des blauen Riesen mitziehen, aber die Verluste gegenüber der Vorwahl nicht verhindern.
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