Neonaziaufmarsch am 12. Todestag von Martin Görges in Burg

Ausgerechnet am 12. Todestag von Martin Görges ziehen Neonazis durch Burg in Sachsen-Anhalt.

Burger Demonstrant mit unauffälliger Tätowierung © Presseservice Rathenow

Burger Demonstrant mit unauffälliger Tätowierung © Presseservice Rathenow

Martin Görges war kurz vor seiner Tötung arbeits- und wohnungslos. Er wurde im Jahr 2000 wegen sexuellen Missbrauchs seiner Stieftochter zu 1,5 Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.
Am Abend des 30.01.2004 befand sich Martin Görges in einer Burger Diskothek und traf dort eine Bekannte aus seiner Schulzeit. Dass beide sich näherkamen, fand dies der 19-jährige Sohn der Bekannten M.T. nicht gut und wollte diese auseinanderbringen. Vorrangig ging es anfangs um den sozialen Stand von Martin Görges, den der 19-jährige und drei weitere Freunde (der 16-Jährige R.S., der 17-Jährige C.L. und der 19-Jährige R.S.) als „asozial“ ansahen.
Einer der Mittäter soll zum Tatzeitpunkt bereits in einer rechten Gruppierung in Sachsen-Anhalt organisiert gewesen sein und berichtete den anderen drei von Görges Vorstrafe. Sie entschlossen sich dem „Kinderficker“ zu bestrafen.
Vor der Diskothek griffen drei der Vierergruppe ihn am Morgen des 31.01.2004 mit Pfefferspray an. Anschließend schlugen und traten sie mehrfach auf ihn ein. Nachdem sie erneut kurzzeitig in die Disko zurückkehrten, kommen sie wieder zurück zum Tatort und traten und schlugen erneut auf den am Boden liegenden Mann ein. Sie kehrten erneut zur Diskothek zurück und entschieden sich eine halbe Stunde später erneut zu viert den wehrlosen Mann zu misshandeln. Diesmal schliffen sie Martin Görges zu Stufen in der Nähe der Disko. Sein Kiefer wurde an die Stufe gelehnt und der 19-Jährige trat ihm von hinten gegen den Kopf, bis sie ein Knacken des Schädels hörten. Vorbild für diesen „Bordsteinkick“ ist der Mord eines rechten Skinheads im Film „American History X“ an einem schwarzen Autodieb.

Der 19-Jährige erhielt als Haupttäter wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung sieben Jahre Jugendhaft. Seine 16- bis 19-jährigen Mittäter erhielten 3 bis 4,5 Jahre Jugendhaft. Mindestens einer der Täter ist weiterhin in der rechten Szene aktiv und nimmt auch an rechten Aufmärschen teil.

Antifaschisten aus Burg mit Banner gegen rassistische Hetze auf einer Demonstration in Rathenow © Sören Kohlhuber

Antifaschisten aus Burg mit Banner gegen rassistische Hetze auf einer Demonstration in Rathenow © Sören Kohlhuber

Inzwischen demonstriert zum dritten Mal eine Gruppe von Neonazis gegen „Asylmissbrauch“. Organisiert werden die Demonstrationen vom lokalen Ableger der Partei „Die Rechte“ und konnte bislang im November und Dezember des vergangenen Jahres nur etwas mehr als 100 Personen aus ihren Kneipen locken. Hauptsächlich handelte es sich um bereits bekannte Neonazis aus der Region und rechte Hooligans der Gruppe „Blue White Street Elite“.(1,2) Am Rande versuchten Teilnehmer Journalisten anzugreifen.
Zwar gab es auch Gegenkundgebungen, aber die konnten ebenfalls nur 100 bis 150 Teilnehmer erreichen.
Für den morgigen Sonntag ruft die „Antifaschistische Aktion Burg“ dazu auf den als „Bürgerprotest“ getarnten Neonaziaufmarsch zu verhindern.

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