HoGeSa unterm Hakenkreuz

Erneut traf sich der Berliner Enrico Schottstädt mit Sympathisanten der „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa). Offenbar fand das Treffen in einer Privatwohnung in Wolfsburg statt. Auf einem Foto im sozialen Netzwerk „Facebook“ sind neben Schottstädt auch Hooligans aus Wolfsburg und Rostock zu sehen. Die sechs Männer und drei Frauen posieren gemeinsam mit einem Banner der „Division Wolfsburg – Support Hogesa“. Ein weiteres Foto zeigt nur die sechs Männer gröhlend. Über ihnen hängt an der Decke des Raumes eine Hakenkreuzfahne.

Enrico Schottstädt (roter Kreis) unterm Hakenkreuz in Wolfsburg ©Facebook-Screenshot

Im Januar erst lud der Union Berlin-Fan Enrico Schottstädt gemeinsam mit dem Neonazi-Rapper Patrick Killat aka „Villain051“ zu einem „Kennenlerntreffen für Berlin und Umland“ von HoGeSa-Anhängern ein. In einer Kneipe im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg trafen sich 70 Hooligans aus Berlin, aber auch aus Norddeutschland, darunter Anhänger des Bundesligisten VFL Wolfsburg und der Mecklenburger Landesligist Dynamo Schwerin.

Schottstädt war ebenfalls Organisator eines rechten Aufmarschversuches in Berlin-Hohenschönhausen der Gruppe „Ber.Ge.Sa“ (Berlin gegen Asylmissbrauch und linke Gewalt) am 27.12.2014. Es blieb bei einem Versuch, da der Anmelder es versäumte, eine Demonstration anzumelden. Beim Online-Formular hatte er nur die Auftaktkundgebung eingetragen. Die alkoholisierten Teilnehmer wollten dennoch marschieren, was die Berliner Polizei mit starker Präsenz im Keim erstickte. Ein Redner resümierte: „Wir haben für das nächste Mal gelernt“. Bereits vorher war Schottstädt als Ordner bei den rassistischen Montagsdemos im Berliner Bezirk Marzahn aufgefallen. Diese richten sich gegen Asylunterkünfte im selbigen Bezirk.

Enrico Schottstädt (roter Kreis) auf dem Weg zum HoGeSa-Treffen in Berlin ©Sören Kohlhuber

Inzwischen hat Schottstädt neben „HoGeSa“ und „Ber.Ge.Sa“ ein weiteres Label der Hooligan-Netzwerke mit aufgebaut. B.D.H. (Bündnis Deutscher Hools) heißt eine Gruppe, welche nach bisherigen Informationen nur in Berlin zu finden ist. Es handelt sich dabei um einen Zusammenschluß von Hooligans von Dynamo Dresden, Hansa Rostock, Union Berlin, BFC Berlin und dem 1.FC Magdeburg. Diese sehen sich als Teil der HoGeSa-Bewegung. Vermutlich handelt es sich um Personen, die allesamt in Berlin leben und daher gemeinsam agieren. Die jeweiligen Fanszenen müssen dabei nicht davon betroffen sein. In Erscheinung trat dieses lokale Bündnis bisher nur einmal bei einer „Baergida“-Veranstaltung (Berlin gegen die Islamisierung des Abendlandes) am 02.03.2015 am Hauptbahnhof. Dort unterstützen sie mit Sprechchören gegen „die Antifa“ die Veranstaltung.

Enrico Schottstädt versucht sich weiterhin als lokale Führungskraft von neonazistischen Hooligans im Nordosten Deutschlands zu etablieren. Inwiefern er damit innerhalb wie außerhalb der Stadien Erfolg haben wird, ist fraglich. Der 1. FC Union versucht immer wieder, sich als zivilgesellschaftlicher Partner gegen Neonazis zu präsentieren, und die Fanszene von Hansa Rostock dürfte ebenfalls nicht erfreut darüber sein, dass ihr Verein im Zusammenhang mit Hakenkreuzfahnen zu sehen ist.

Fotos vom HoGeSa-Treffen in Berlin im Januar in Sören Kohlhubers Flick-Account.

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Eine Antwort zu “HoGeSa unterm Hakenkreuz

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